Handlungsfeld

Effektive Regulierung

Finanzmärkte sind entscheidende Treiber der Transformation. Sie unterliegen aber auch strengen Regulierungsvorgaben. Solche Regeln und Leitplanken stärken die Stabilität des Sektors und das Vertrauen der Anleger. Sie geben Investitionen eine Richtung vor und entscheiden mit, wie sich Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten entwickeln.

Überblick

Warum ist effektive Regulierung so entscheidend?

Finanzmarktregulierung setzt den Rahmen für einen stabilen Finanzsektor. Dieses Ziel sollte sie effektiv erreichen. Es geht uns nicht um „mehr“ oder „weniger“ Regulierung, sondern um die richtige Balance zwischen gezielten Anreizen und einem konsistenten Regelwerk. Wir prüfen, ob und wie das gelingen kann. Dabei denken wir Grundsatzfragen mit. Wie kann eine Finanz- und Wirtschaftstransformation gelingen? Wie sieht eine effektive Finanzmarktregulierung aus, wenn Transformation gefördert und nicht gehemmt werden soll?

Unsere Arbeit

Unterlagen mit Kennzeichnungen

Wir analysieren, welche regulatorischen Rahmenbedingungen Investitionen in die Transformation heute noch bremsen, und entwickeln pragmatische, umsetzbare Verbesserungsvorschläge. Unser Ziel: Nicht weniger Regulierung, sondern die richtige. Was sind die wichtigsten Hebel für eine effektive und effiziente Finanzmarktregulierung? Wir identifizieren vielversprechende Ansätze. Wir sprechen dazu mit Unternehmen aus den verschiedenen Finanz- und Unternehmenssektoren, Verbänden, Wissenschaft, Aufsicht und Ministerien, um Antworten zu finden und diese in die Debatte einzubringen. 

Projekte

Die Bundesregierung hat mit dem Fondsrisikobegrenzungsgesetz und dem Standortfördergesetz spezifische Verbesserungen zur Mobilisierung privaten Kapitals auf den Weg gebracht. Sie hat damit gerade für kleinere Finanzunternehmen auch die regulatorische Basis für Investitionen in Infrastruktur  verbessert.

 

Doch das Feld der Finanzmarktregulierung ist groß und vieles ist in Bewegung. Im Dialog mit Stakeholdern und auf der Basis einschlägiger Studien und Beiträge prüfen wir, wo weitere Hemmnisse in der deutschen Regulierung liegen und wie diese abgebaut werden müssten, damit institutionelle Investoren mehr als bisher in die Transformation und eine nachhaltige Infrastruktur investieren.

 

Die Europäische Kommission hat im Juli 2026 ein Papier zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit im Bankensektor veröffentlicht. Dieses Papier soll im nächsten Schritt konkrete Regulierungsvorschläge anstoßen. Wir begleiten und analysieren den Prozess. Findet in der Diskussion auch die Finanzierung der Transformation ihren Platz? Wie positionieren sich deutsche Stakeholder? Werden beispielsweise Investitionen in Infrastruktur erleichtert, ohne die Stabilität von Finanzunternehmen oder des Finanzmarktes zu schwächen?

 

Wir sehen uns auch Investorenplattformen an, wie sie derzeit für die Transformationsfinanzierung mit und ohne öffentliche Kapitalbeteiligung gedacht werden. Gibt es auch hier Regulierungsaspekte, die mitgedacht werden müssen?  Können Investitionen in bestimmte Anlageformen regulatorisch erleichtert werden? Kann hier ein Risikotransfer über den Markt erfolgen und wie könnte dieser aussehen?

 

Unser Fokus liegt auf einer umfassenden Wirkungsanalyse der bestehenden Finanzmarktregulierung als Unterstützer für die Transformation – von der Regulierung für Banken bis hin zu Versicherern und Pensionskassen: Was wirkt, was wirkt nicht, und welche Teile greifen (noch) nicht ineinander? Werden Risiken aus der Transition richtig und angemessen betrachtet? Wir agieren als Ideengeberin und öffnen neue Perspektiven im Dialog mit relevanten Stakeholdern.

80,8 Prozent

der institutionellen Investoren investieren bereits in Infrastruktur – aber zum Großteil im Ausland und nicht in Deutschland.

57 Prozent

der institutionellen Investoren wollen ihre Infrastruktur-Allokation erhöhen – am deutschen Markt kommt davon zu wenig an.

5 Prozent

Nach Überarbeitung der Anlageverordnung können Pensionskassen seit 2025 zusätzlich bis zu 5 Prozent ihres Sicherungsvermögens in Infrastruktur investieren. In der Realität ist hier noch Luft nach oben.

Unsere Arbeit

Nicht mehr oder weniger Regulierung. Die richtige.

F4T analysiert, was in der Finanzmarktregulierung die Transformation unterstützt und welche Elemente primär doppelten Aufwand erzeugen, ohne Kapital für die Transformation zu mobilisieren.

Stakeholderdialog

Am Tisch statt am Rand. Wir tauschen uns mit Aufsichtsbehörden, Ministerien, Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Unternehmen sowie mit Finanzakteuren und -verbänden aus, um blinde Flecken der Regulierung zu erkennen und sichtbar zu machen.

Pragmatische Vorschläge

Umsetzbar statt abstrakt. Auf Basis von Stakeholderdialogen, Recherchen und einschlägigen Studien identifizieren wir konkrete Hemmnisse und denken in Vorschlägen, die sich tatsächlich umsetzen lassen.

Antreiberin und neutrale Vermittlerin

Für Regulierungsverantwortliche in Ministerien und Aufsichtsbehörden, die eine sachliche und unabhängige Einordnung jenseits von Lobby-Rhetorik brauchen, und für Finanzakteure, die auf praktikable Rahmenbedingungen angewiesen sind.

Ohne Regulierung kein Wandel

Die Einhaltung von regulatorischen Rahmenbedingungen für Investitionen in eine resiliente Wirtschaft sollte nicht mit Kosten verwechselt werden. Ihnen steht langfristig ökonomische Stabilität, Anlegervertrauen und ein funktionierendes Finanzsystem gegenüber. Hierfür müssen gesetzliche Rahmenbedingungen, Aufsichtsstandards und private Initiativen zusammen betrachtet werden. Unser Ziel ist es, Transparenz-, Standardisierungs- und Klassifizierungspflichten so zu denken, dass Kapital tatsächlich in die Transformation fließen kann, statt nur Berichtsaufwand zu erzeugen.

Kontakt

Sie haben Fragen oder Ideen? Nehmen Sie Kontakt auf mit den Expertinnen im Handlungsfeld „Effektive Regulierung“ auf:

Katharina Hartmann

Co-Leitung Regulierung & Finanzmarktpolitik

Magdalena Senn

Co-Leitung Regulierung & Finanzmarktpolitik

FAQ

FAQ Handlungsfeld Effektive Regulierung

Was bedeutet „effektive Regulierung" bei F4T?

Effektive Regulierung meint eine Finanzmarktregulierung, die die Transformation tatsächlich unterstützt. F4T bewertet dafür bestehende Finanzmarkt-Regeln durch folgende Brille: Was hilft bei der Transformation, ohne die Finanzmarktstabilität zu untergraben?

Ist F4T für mehr oder weniger Finanzregulierung?

F4T positioniert sich nicht pauschal für mehr oder weniger Regulierung, sondern für wirkungsvollere Regulierung. Ziel ist, Transparenz-, Standardisierungs- und Klassifizierungspflichten so zu gestalten, dass Kapital tatsächlich in die Transformation fließen kann, statt primär Berichtsaufwand zu erzeugen.