Effektive Regulierung
Wir denken Finanzmarktregulierung neu. Wie wirkt Finanzmarkt- und Sustainable Finance-Regulierung? Wir denken in praktischen Änderungen und neuen Ideen für eine Finanzmarktregulierung, die Transformation fördert.
Handlungsfeld
Bei der Transformationsfinanzierung dreht sich alles um das Kapital für den Umbau hin zu einer dekarbonisierten und resilienten Wirtschaft. Dafür braucht es neben öffentlichen Mitteln vor allem privates Kapital.
Überblick
Das größte Hindernis für die Finanzierung der Transformation ist nicht der Mangel an Kapital, sondern der Mangel an verlässlichen Rahmenbedingungen und Koordination. Laut KfW braucht die Transformation bis 2050 rund fünf Billionen Euro, jährlich etwa 190 Milliarden Euro – neunzig Prozent davon soll der Privatsektor stemmen. Gleichzeitig verwalten institutionelle Investoren – Versicherungen, Pensionskassen, Versorgungswerke und Stiftungen – Billionen Euro, die sie an den Kapitalmärkten anlegen. Derzeit investieren sie die Mittel jedoch häufig im Ausland oder in anderen Assetklassen statt in die Transformation in Deutschland. Das Kapital ist da. Es fließt nur nicht dorthin, wo es gebraucht wird. Genau hier setzen wir an.
Denn: Laut KfW werden öffentliche Mittel nur rund 10 Prozent des Bedarfs decken. Die restlichen neunzig Prozent der Investitionen in die Zukunft unseres Landes werden aus privaten Quellen mobilisiert werden müssen. Dabei handelt es sich um Geld von beispielsweise Unternehmen, Versicherungen und anderen institutionellen Investoren. Geld, das in unser aller Namen angelegt wird – und zunehmend in die Modernisierung unserer Infrastruktur fließen sollte.
In welchen Branchen fehlen Investitionen, und welche Form von Kapital ist dafür notwendig? Welche Hemmnisse gibt es bei der Mobilisierung privaten Kapitals auf Seiten der Unternehmen und auf Seiten von Investoren? Wie können neue Finanzierungsmodelle in diesen Branchen aussehen? Im vorwettbewerblichen Raum entwickeln wir konkrete Ansätze und neue Kooperationen, damit sich Kapitalangebot und -nachfrage treffen. Wir überprüfen, was funktioniert und machen bestehende Lösungen sichtbar.
Relevant ist dieses Handlungsfeld für Akteure der Finanzbranche – institutionelle Investoren, von Pensionskassen über Asset-Manager bis zu Banken und Sparkassen –, die die Transformation als Investitionschance sehen. Ebenso sprechen wir Unternehmen der Realwirtschaft an, die auf Finanzierung angewiesen sind. Das betrifft sowohl KMUs als auch große Unternehmen, die in den Umbau ihrer Geschäftsmodelle investieren wollen und müssen, aber auch kommunale Unternehmen, die Lösungen für einen Eigenkapitalmangel oder nach neuen Finanzierungsansätzen suchen, um beispielsweise die Energie- und Wärmewende umzusetzen. Konkret: Wir haben sowohl die Angebotsseite als auch auf die Nachfrageseite von Kapital im Blick.
Wir verbinden systematisch Finanzmarkt, Unternehmen, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.
Wir übersetzen zwischen den Welten und bauen Brücken. Wir wenden uns unterschiedlichen Branchen zu. Derzeit fokussieren wir uns auf die Mobilisierung privaten Kapitals für die kommunale Wärmewende.
F4T konzentriert sich auf Transformationsbranchen, in denen ein akuter Kapitalbedarf besteht und öffentliche Fördergelder nicht ausreichen werden – außerhalb der Hard-to-abate-Industrien, da diese bereits sehr im öffentlichen Fokus sind. Dabei handelt es sich beispielsweise um die Wärmewende, kommunale Infrastruktur und Circular Economy. Welche Form von Kapital ist notwendig? Welche strukturellen Hemmnisse gibt es bei der Mobilisierung privaten Kapitals auf Seiten der Unternehmen und auf Seiten von Investoren? Wie können skalierbare Finanzierungsmodelle in diesen Branchen aussehen? F4T identifiziert, wie privates Kapital gezielt für Transformationsvorhaben mobilisiert werden kann – und wie begrenztes öffentliches Geld dabei als Hebel wirkt, anstatt als alleinige Finanzierungsoption.
Mit insgesamt 100 Milliarden Euro für zehn Jahre wird der Klima- und Transformationsfonds aus dem „Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität“ gestärkt.
Deutschlands Bruttoinvestitionen betragen pro Jahr ca. 1.000 Milliarden Euro.
Alleine 190 Milliarden Euro an Investitionen sind pro Jahr bis 2050 für die Transformation nötig. Davon 70 Milliarden an Mehrinvestitionen.
ist laut KfW der Investitionsbedarf bis 2045 bei deutschen Energieversorgungsunternehmen und Stadtwerken in neue Stromverteilnetze, Speicher, Wärmeerzeugung, Wärmenetze und Gasverteilnetze.
Transformation braucht verlässliche politische Rahmenbedingungen; außerdem eine Projektplanung, die Finanzierung mitdenkt und eine Übersetzung in finanzielle Risiken erlaubt. Investoren und Kreditgeber brauchen Verständnis für die Besonderheiten von langfristigen Infrastrukturinvestitionen, während Unternehmen bei der Zusammenarbeit mit privaten Investoren mitunter anders in ihrer Kommunikation gefordert sind. Hier liegen entscheidende Hebel, an denen wir ansetzen.
Unsere Arbeit
Die Transformation braucht den Austausch unterschiedlicher Perspektiven: Von Unternehmen, von institutionellen Investoren, von Umsetzungspartnern und politischen Entscheidungsträgerinnen. Genau deshalb sitzt F4T mit vielen dieser Akteure am Tisch, ob im direkten Gespräch oder multilateral. F4T versteht sich als Sparringspartner, Impulsgeber und Multiplikator. Wir sorgen für Klarheit und übersetzen Finanzmarktjargon.
Wir sprechen konkret darüber, wie Projekte tatsächlich in die Umsetzung kommen - strukturell und für alle Beteiligten tragfähig. Wir prüfen, wie Erfolgsmodelle standardisiert und ausgerollt werden können, um Transformationsfinanzierung in unterschiedlichen Branchen zu beschleunigen. Wir arbeiten daran, Infrastrukturvorhaben schneller und strukturierter in die Umsetzung zu bringen. Gute Ansätze verbreiten wir in unserem Netzwerk und arbeiten an deren Skalierung.
AKTUELLE PROJEKTE
In unserem Handlungsfeld Transformationsfinanzierung fokussieren wir uns aktuell auf die Herausforderungen bei Stadtwerken. Der Investitionsbedarf bei der kommunalen Wärmewende ist enorm: Er liegt bei kleinen bis mittelgroßen Stadtwerken in den nächsten Jahren bei jeweils ca. 500 Millionen Euro für Fernwärme- und Kältenetze, Speicher, erneuerbare Energien und das Stromnetz.
Für die regional tätigen Sparkassen und Volksbanken sind viele dieser Projekte zu groß, für institutionelle Investoren mit gewünschten Ticketgrößen im dreistelligen Millionenbereich sind einzelne Stadtwerkeprojekte zu klein. Ein klassisches Marktversagen.
Gleichzeitig sind die kommunalen Haushalte immer begrenzter, und die begrenzten Eigenkapitalquoten vieler Stadtwerke lassen herkömmliche Finanzierungswege nicht mehr zu.
Wir decken die Logiken von Finanzierungsengpässen auf und arbeiten an einem skalierbaren Finanzierungsbaukasten mit. Dafür sprechen wir mit den relevanten Marktakteuren, wie Stadtwerken, Verbänden, Banken, Projektierern und institutionellen Investoren. Es ist genug Kapital da. Die Frage ist, wie wir es vor Ort mobilisieren.
Sie haben Fragen oder Ideen? Nehmen Sie Kontakt auf mit den Expertinnen der Transformationsfinanzierung.
Transformationsfinanzierung bezeichnet die Bereitstellung von Kapital für den Umbau der Wirtschaft hin zu Klimaneutralität und Resilienz.
Die Gründe und deren Kombinationen sind komplex: Einzelne Stadtwerke haben oft zu kleine Finanzierungstickets für institutionelle Investoren wie Versicherungen oder Pensionskassen. Eigenkapitalzuführungen der Kommunen und die klassische Fremdkapitalaufnahme von Banken stößt mittlerweile häufig an Grenzen. Wärmeprojekte sind mitunter sehr komplex und bedürfen der Kombination aus guter technischer Planung, langfristiger Abnahmesicherheit und frühzeitig mitgedachten Kostenstrukturen. Dies sind mitunter in der Dimension neue Anforderungen an das etablierte Ökosystem aus Stadtwerken und lokalen Banken. Für einen Dialog mit alternativen Kapitalquellen braucht es daher neben strategischer Offenheit und ggfs. dem Aufbau von Fachwissen, auch Übersetzungsarbeit zwischen den bislang sich unbekannten Akteuren. Genau hier setzt F4T als unabhängiger Moderator an.
F4T konzentriert sich auf Transformationsbranchen, in denen ein akuter Kapitalbedarf besteht und öffentliche Fördergelder nicht ausreichen werden - außerhalb der Hard-to-abate-Industrien (wie Chemie, Stahl oder Zement), da diese bereits sehr im öffentlichen Fokus sind. Dabei handelt es sich beispielsweise um die Wärmewende, kommunale Infrastruktur und Circular Economy.
Öffentliche Gelder sollten effizient und sorgsam eingesetzt werden, weil sie aufgrund von Verschuldungsregeln des Staates nicht unbegrenzt verfügbar sind. Sie sollten dort zum Tragen kommen, wo sich Geschäftsmodelle, die für eine zukunftsfähige Gesellschaft wichtig sind, (noch) nicht selbst tragen oder die tendenziell keine Rendite abwerfen, z.B. in Teilen der sozialen Infrastruktur. Überall dort, wo Cash-Flows generiert werden können, kann der Einsatz von privatem Kapital geprüft werden und dadurch eine effiziente Allokation von öffentlichen Geldern ermöglichen.
Kontakt
Melden Sie sich – gerne auch direkt bei den jeweiligen Ansprechpartnerinnen für die drei Handlungsfelder.
Newsletter
© 2026 Finance for transition. All rights reserved.